TikTok setzt stärker auf KI – hunderte Moderationsjobs auf der Kippe

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TikTok setzt stärker auf KI – hunderte Moderationsjobs

TikTok verstärkt offenbar den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI), um Inhalte auf der Plattform automatisch zu überwachen und zu filtern. Mehrere Medienberichte deuten darauf hin, dass dieser Schritt hunderte Arbeitsplätze in der Content-Moderation gefährden könnte – insbesondere in Großbritannien und Südostasien.

Auch Sky News berichtet, dass bereits heute mehr als 85 Prozent problematischer Inhalte von KI-Systemen erkannt werden. In 99 Prozent der Fälle werde das Material entfernt, bevor es überhaupt von Nutzerinnen und Nutzern gemeldet werde. Das Unternehmen betont, dass der Einsatz von KI es ermögliche, riesige Datenmengen in Rekordzeit zu prüfen und schädliche Inhalte schon vor der Veröffentlichung zu blockieren.

Kritik von Gewerkschaften

Die Gewerkschaft Communication Workers Union (CWU) äußerte scharfe Kritik. Sprecher John Chadfield warnte davor, menschliche Moderatoren vollständig durch KI zu ersetzen. Die Technologie sei noch nicht ausgereift genug, um die Vielfalt problematischer Inhalte zuverlässig zu bewerten. Dies könne die Sicherheit von Millionen britischer TikTok-Nutzerinnen und -Nutzer gefährden.

Berichten zufolge sind in London rund 300 Beschäftigte von den Plänen betroffen, die ein Jahresgehalt zwischen 35.000 und 43.000 US-Dollar beziehen. TikTok selbst hat diese Zahlen bislang nicht offiziell bestätigt.

Was bleibt offen?

Während in den USA laut Unternehmensangaben weiterhin neue Stellen entstehen sollen, ist unklar, wie viele Jobs in Europa und Asien langfristig abgebaut werden. Ein Sprecher erklärte gegenüber der Financial Times, dass die Maßnahmen Teil einer bereits 2024 begonnenen Strategie zur Verbesserung von Sicherheit und Moderation seien.

Quelle : The Times

Unsere Einschätzung

TikToks wachsender Einsatz von KI verdeutlicht einen Branchentrend: Automatisierung statt menschlicher Kontrolle. Während Unternehmen Effizienz und Kostenersparnis betonen, bleiben Fragen nach Genauigkeit, Fairness und Nutzer-Sicherheit offen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob TikToks Ansatz zum Vorbild wird – oder neue Kontroversen entfacht