Google passt Suchergebnisse an, um Milliardenstrafe der EU zu vermeiden

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Google passt Suchergebnisse an

Google will seine Suchmaschine in Europa neu gestalten, um den Druck der europäischen Wettbewerbsbehörden zu verringern. Mit einem neuen Vorschlag versucht das Unternehmen, mögliche Verstöße gegen den Digital Markets Act (DMA) zu entschärfen und eine Strafe in Milliardenhöhe abzuwenden.

Was wird sich in der Google-Suche ändern?

Nach aktuellen Berichten plant Google, die Darstellung von Spezialdiensten – etwa für Hotels, Flüge oder Reisen – deutlich zu überarbeiten.
Diese sogenannten vertikalen Suchdienste (VSS) sollen künftig in eigenen Boxen direkt in den Suchergebnissen erscheinen – ähnlich wie Googles eigene Dienste Google Flights oder Google Hotels.

Die Reihenfolge dieser Boxen soll auf objektiven und diskriminierungsfreien Kriterien basieren. Auch Anbieter wie Fluggesellschaften oder Autovermietungen sollen weiterhin angezeigt werden – je nach Relevanz oberhalb oder unterhalb der neuen Boxen.

Warum steht Google unter EU-Beobachtung?

Die Europäische Kommission wirft Google vor, seine Marktmacht im Bereich Suche und App-Vertrieb (Play Store) zu nutzen, um eigene Dienste zu bevorzugen und den Wettbewerb einzuschränken.
Nach dem Digital Markets Act müssen große Plattformbetreiber („Gatekeeper“) faire Bedingungen schaffen und dürfen ihre eigenen Produkte nicht bevorzugen.

Ein Verstoß könnte Google bis zu 10 % des weltweiten Jahresumsatzes kosten – also eine Strafe in Milliardenhöhe.

Strategischer Schritt von Google

Der aktuelle Vorschlag gilt als einer der größten Eingriffe in Googles Geschäftsmodell seit Jahren. Beobachter werten ihn als präventiven Schritt, um die europäischen Vorgaben zu erfüllen – und um eine ähnliche Situation wie bei Apple zu vermeiden, das seine Systeme bereits für Drittanbieter öffnen musste.

Ob die EU-Kommission diesen Schritt jedoch als ausreichend ansieht, bleibt offen. Kritiker befürchten, dass Google trotz der Anpassungen weiterhin zu viel Kontrolle über die Sichtbarkeit eigener Dienste behalten könnte.

Wie geht es weiter?

Die Europäische Kommission wird Googles Vorschlag in den kommenden Monaten prüfen. Sollte die Behörde unzufrieden sein, könnten weitere Auflagen oder sogar Bußgelder folgen. Damit steht Google vor einer entscheidenden Bewährungsprobe im europäischen Markt.

Quellen: