Könnte Dunkle Materie Riesenplaneten in Schwarze Löcher verwandeln?
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Wissenschaftler untersuchen eine faszinierende Möglichkeit: Planeten könnten als natürliche Laboratorien dienen, um die rätselhafte Dunkle Materie zu testen.
Eine aktuelle theoretische Studie, veröffentlicht in Physical Review D von Forschern der University of California, Riverside, schlägt vor, dass bestimmte Formen extrem schwerer und langlebiger Dunkler Materie tief im Inneren von Gasriesen wie Jupiter oder großen Exoplaneten gesammelt werden könnten.
Erreicht diese Ansammlung eine kritische Dichte, könnte der Planetenkern zu einem winzigen Schwarzen Loch kollabieren.
Was danach passiert, hängt von der Physik im Detail ab. In manchen Szenarien würde das Schwarze Loch langsam durch Hawking-Strahlung verdampfen. In anderen könnte es Materie verschlingen und dabei wachsen – bis am Ende ein Schwarzes Loch mit der Masse des ursprünglichen Planeten zurückbleibt.
Die Forscher betonen, dass es sich hierbei nicht um eine Beobachtung, sondern um einen theoretischen Test handelt. Allein die Tatsache, dass Jupiter seit Milliarden Jahren stabil existiert, zeigt bereits, dass Dunkle Materie – falls sie so interagiert – nur in engen physikalischen Grenzen wirken kann.
Zukünftige Himmelsdurchmusterungen von Exoplaneten könnten helfen, diese Hypothese zu überprüfen. Planeten, die unerwartet verschwunden sind oder ungewöhnliche Hitze- und Strahlungssignaturen zeigen, könnten ein Hinweis auf exotische Dunkle Materie sein.
Auch wenn die Vorstellung von Planeten, die zu Schwarzen Löchern kollabieren, spektakulär klingt, dient sie vor allem als wissenschaftliches Werkzeug: eine Möglichkeit, ferne Welten als „kosmische Experimente“ für eines der größten Rätsel des Universums zu nutzen.
- Quellen:
- UC Riverside News: Using Exoplanets to Study Dark Matter (21.08.2025)
- ScienceAlert: Dark Matter Could Turn Some Planets Into Tiny Black Holes (31.08.2025)
- ScienceDaily: Dark Matter Could Turn Some Planets Into Tiny Black Holes (01.09.2025)
- Physical Review D: Probing Superheavy Dark Matter With Exoplanets (2025)